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Smart Glasses und bildbasierte Gewalt

Original-Beitrag auf Instagram

  • Blick durch eine Brille auf eine junge Frau, die auf der Straße auf ihr Handy schaut. Gefährlicher Durchblick. Was haben Smart Glasses mit bildbasierter Gewalt zu tun? #ScrollNichtWeg
  • Stell dir vor, du chillst mit einer Freundin im Schwimmbad. Ihr sonnt euch und habt eine richtig gute Zeit. Ein Mann spricht euch an und ihr führt ein kurzes Gespräch. Es wirkt ein bisschen wie ein ungelenker Flirtversuch – aber soweit so gut. Ein paar Tage später findest du ein Video von der Unterhaltung auf Social Media, heimlich gefilmt mit einer Smart Glasses!
  • Smart Glasses sehen auf den ersten Blick aus wie ganz normale Brillen oder Sonnenbrillen. Viele haben allerdings eine ganze Bandbreite an Features: Man kann mit ihnen telefonieren, Musik hören und eben auch die eigene Umgebung filmen. Auf Social Media existieren viele Videos, die offensichtlich mit Smart Glasses gefilmt wurden. Dahinter kann allerdings mehr stecken als nur eine harmlose Spielerei mit den neuesten technischen Errungenschaften.
  • Von Situationen wie in dem Beispiel wird vor allem von Frauen berichtet. In vielen Fällen lassen sich die Videos auf sogenannte „Rizzfluencer" zurückverfolgen. Diese nutzen die Brillen, um heimliche Aufnahmen von „Flirt-Erfolgen" bei Frauen zu machen, die im Anschluss der eigenen Community auf Social Media präsentiert werden.
  • Für die betroffenen Frauen sind die Auswirkungen davon meist gravierend: Sie werden in den Kommentarspalten den sexistischen und misogynen Aussagen der „Rizz"-Community ausgesetzt. Man nennt das bildbasierte Gewalt, also Gewalt, die über Bild- und Videomaterial ausgeübt wird. Sie kann in solchen Fällen als Teil von misogyner digitaler Gewalt bewertet werden, da die Betroffenen von den Tätern bewusst aufgrund ihres Geschlechts ausgewählt werden.
  • Die Fälle erregen vor allem deshalb Aufsehen, weil Aufnahmen mit Smart Glasses in den meisten Fällen für die Betroffenen nicht erkennbar sind. Hier sehen Expert*innen mögliche Verstöße gegen den Datenschutz. Zudem verbietet in Deutschland das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG) den Verkauf von Geräten, die als Alltagsgegenstände getarnt das unbemerkte Filmen und Abhören von Personen ermöglichen.
  • Für die Organisation HateAid steht fest: Smart Glasses zählen zu solchen getarnten Geräten, weshalb sie Strafanzeigen gegen die Geschäftsführungen der Hersteller und Vertriebsketten erstattet haben und sich für ein Verbot der Smart Glasses einsetzen.
  • Welche Meinung hast du zu Smart Glasses? Schreib es uns in die Kommentare. #ScrollNichtWeg
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